In unserer globalisierten Welt kommt auch im Berufsalltag kaum einer um Englisch herum. Auch wir nicht. Wir betreuen internationale Kunden und hantieren dementsprechend immer häufiger mit Texten, die einer Übersetzung ins Englische oder aus dem Englischen bedürfen. Klar arbeiten wir mit einem professionellen Übersetzungsbüro zusammen, aber manchmal muss man auch selber ran.

There see you black and understand only train station? Verständlich. Nun habe ich den Vorteil, Anglistin zu sein, aber auch ich muss zumindest bei den stark technischen Themen, die wir beackern, viele Fachbegriffe nachschlagen. Da gibt es Internet-sei-dank ja viele kostenfreie Helfer. Und einen, der mir kürzlich von einer Kundin empfohlen wurde, möchte ich Euch jetzt ans Herz legen: DeepL.

DeepL ist kein Wörterbuch, sondern ein Übersetzungstool, mit dem ganze Texte in Sekundenschnelle übersetzt werden können – ähnlich Google Translate, aber besser.  Denn wer hat noch nicht einen Übersetzungswunsch in den Google-Übersetzer eingetippt und raus kam gepflegtes Kauderwelsch? DeepL greift auf das mit einer Suchmaschine verknüpfte Online-Wörterbuch Linguee zurück. Das kennt Ihr ja sicher. Und die Übersetzungen von DeepL können sich sehen lassen.

Ein Beispiel: Ein neuer Kunde von uns hat mit Membranausdehnungsgefäßen zu tun. Seeehr technisch also. Ruft man bei Wikipedia den zum Thema passenden Eintrag auf, beinhaltet dieser folgenden Satz:

„Technisch analog arbeiten die Membranspeicher, der Einsatzzweck ist hier jedoch die Speicherung von Energie und die Dämpfung von Druckstößen.“

Und hier die Übersetzung generiert mit DeepL:

„The diaphragm accumulators operate in the same technical way, but their purpose is to store energy and absorb pressure surges.“

Und zum Vergleich die von Google Translate:

„Technically analogous, the membrane accumulators work, but the purpose here is the storage of energy and the damping of pressure surges.“

Okay, bei der Übersetzung einzelner Wörter könnte man hier Korinthen kacken (DeepL übersetzt Membranspeicher als „diaphragm accumulator“, Google Translate als „membrane accumulator“; DeepL übersetzt Dämpfen mit „absorb“, Google Translate als „damping“), beide Übersetzungstools bieten jedoch bei Anklicken des Textes auch Alternativen. Aber: Google Translate scheitert letztlich an der Übersetzung von „technisch analog“. Der übersetzte Satz ist in seiner Struktur so verdreht, er ergibt gar keinen Sinn mehr! Der erste Satzteil liest sich, als ob Yoda durch Google zu uns sprechen würde! DeepL hingegen übersetzt eben nicht Wort für Wort, sondern bezieht auch den Kontext mit ein. Das zeigt sich natürlich insbesondere bei idiomatischen Ausdrücken. Noch ein Beispiel, weils so schön ist:

Mein Englisch ist unter aller Sau.

DeepL übersetzt: „My English is so fucking awful.“

Google Translate macht daraus: „My English is under all sow.“

Ob das F-Wort bei DeepL unbedingt sein muss, darüber kann man diskutieren. Sinngemäß ist die Übersetzung aber korrekt. Zur Übersetzung von Google Translate muss man, glaub ich, nichts mehr sagen …

Fazit: Auch übersetzte Texte von DeepL sind nicht druckreif. Aber sehr hilfreich. Ein durch und durch empfehlenswertes Tool. Again what learned.

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