Man sollte ja meinen, dass man zur Arbeit geht, um dort genau das zu tun: arbeiten nämlich! Mit diesem Vorsatz kommen auch wir jeden Tag hoch motiviert in die Agentur – um nach Feierabend festzustellen, dass wir nicht nur geistig, sondern auch kalorienmäßig ganz schön was geleistet haben. Spätestens gegen neun Uhr ist der Futterbann gebrochen: Das verlockende Knistern des Butterbrotpapiers am Tisch nebenan animiert die für die Nahrungsaufnahme verantwortlichen Synapsen aller anderen Anwesenden im Raum, auch ihre Mägen mit mehr oder weniger gesunden Inhalten zu füllen. Vom nach Zimt duftenden Müsli über das ordinäre Käsebrot bis hin zur Milchschnitte ist so ziemlich alles dabei. Begleitet von diversen Bechern Kaffee oder Tee machen wir uns fit für den Tag. Leistungsfähig ist schließlich nur, wer eine ordentliche Grundlage schafft und seinem Körper etwas zum Verbrennen gibt. So weit, so lecker.

Um eines klarzustellen: Natürlich tun wir den ganzen Tag noch viele andere Dinge, die nicht nur für’s eigene Wohl produktiv sind. Logisch. Aber irgendwie begleitet uns das Essen dabei permanent. Gut, es mag Schlimmeres geben. Aber für mich persönlich wird dieser Arbeitsplatz so langsam zum Gesundheitsrisiko. Hier ein Schokolädchen, dort ein Portiönchen Tiramisu oder allein das Philosophieren über die besten Burger der Gegend, ein neues Kuchenrezept oder das, was abends noch am heimischen Herd zubereitet wird, bringen mich an die Grenzen meiner Selbstbeherrschung. Während ich diese Zeilen schreibe, finden übrigens gerade herzhaft duftende Eintöpfe und deftig belegte Brote ihren Weg in die Münder der lieben Kollegen. Leute, ich drehe durch! Ich muss erstmal was essen, um meine Nerven zu beruhigen. Gegenüber knistert es gerade schon wieder verdächtig – Crêpes aus der Tüte! Was es alles gibt…

Die These „Dicker Po dank Büro“ (kein Scherz, hat mal eine Sportfachzeitschrift getitelt!) mag ja vielleicht etwas überspitzt sein. Fakt ist aber, dass man ganz schön aufpassen muss, um nicht täglich in die Kalorienfalle zu tappen. Wie wir uns davor schützen? In erster Linie mit Bewegung diverser Körperteile, von den Beinen bis zum Zwerchfell. Jeder Gang soll ja schlank machen. Ein Glücksfall also, dass unser Drucker am anderen Ende des Gangs steht und wir (noch) kein papierloses Büro sind. Und da man beim Lachen in zehn Minuten bis zu 50 Kilokalorien verbrennt (besagt eine Studie der Vanderbilt University, Nashville), brauchen wir uns eigentlich gar keine Gedanken um unsere schlanke Linie zu machen. Geht man von einem achtstündigen Arbeitstag aus, macht das gemessen an unserem Gute-Laune-Pegel bei acht Personen pro Person… jedenfalls so viel, dass wir uns am Nachmittag locker noch ein Stück Kuchen gönnen können. Aber bitte mit Sahne.

Ich mache jetzt erstmal Feierabend. Muss noch einkaufen. Heute Abend gibt’s Raclette …

Autor

Diana
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