Zuverlässig jeden Freitag tauchen sie in den Feeds meiner Social Media auf: #TGIF! #Friyay! #fridayfeeling!

Als Pendant dazu gibt es jeden Montag GIFs von Kultkater Garfield, wie er sich lustlos fallen lässt. Wie sich Kater Tom die Augenlider mit Tesa nach oben klebt, statt Jerry zu jagen. Rick Grimes, sonst furchtloser Zombiejäger, wie er eins mit der Montag-Schaufel drüberkriegt. Dazu kollektives Geschrei nach Kaffee.

Doch ist das Arbeitsleben wirklich so schlimm, dass man schon montagmorgens das nächste Wochenende herbeisehnen muss? Schlimmer noch, dass wir nicht mal mehr das Wochenende voll auskosten können: #smonday – der Moment, in dem der Sonntag aufhört, sich wie ein Sonntag zu fühlen und die Angst vor dem Montag einsetzt.

Wir wollen heutzutage doch alles in Balance bringen. Aber je höher wir freitags fliegen, desto tiefer fallen wir am Wochenstart. #makemondaygreatagain muss #TGIF ja gar nicht ablösen. Das Wochenende ist toll und soll es auch bleiben. Aber auch Montage haben großes Potenzial. Denn wohnt nicht jedem Anfang ein Zauber inne? Aber was braucht es, um diesen zu entfachen?

HR Today, die führende Human-Resources-Fachzeitschrift in der Schweiz, antwortet darauf: eine wertschätzende Arbeitsatmosphäre.

„Wenn wir von ,Thank God it‘s Monday‘ (TGIM) sprechen, dann sprechen wir von Arbeit und einer Arbeitsumgebung, auf die sich Mitarbeitende grundsätzlich freuen, in denen Mitarbeitende Mensch sein können und in der neurobiologische Grundbedürfnisse erfüllt werden. Wir sprechen von einer Kultur, in der Sinn, Vertrauen und Empowerment keine Worthülsen sind. In solch einer Kultur engagiert sich der Mensch mit vollem Herzen.“ (Quelle: hrtoday.ch)

Klar, wenn auf der Arbeit dauerhaft nur Terminstress und Leistungsdruck herrscht, geht man nicht gerne hin. Das Gleiche gilt für diejenigen, deren Arbeit keinen Sinn mehr macht, und sei es nur, die Rahmenbedingungen (Geld etc.) für eine nach Vorlieben gestaltete Freiheit zu schaffen. Bei wem der Montagsblues mehr ist als der Mini-Jetlag vom anderen Schlafrhythmus am Wochenende und ernsthafte gesundheitliche Beschwerden verursacht, der sollte seinen Beruf bzw. aktuellen Arbeitgeber hinterfragen. Viele tun dies anscheinend schon, so vermeldet die Jobbörse Stepstone.de an Montagen überdurchschnittlich viele User auf der Suche nach passenden Stellenangeboten.

Übrigens: Laut US-Forschern ist Montag, nach Dienstag, der zweitproduktivste Tag der Woche! Vielleicht hat das etwas mit guten Vorsätzen zu tun, mit denen man in die Woche startet, von denen am Freitagnachmittag aber nicht mehr viel übrig ist, weil man sich gedanklich schon ins Wochenende verabschiedet hat.

Doch man kann es nicht nur auf die Arbeit schieben. Man muss auch selber aktiv werden. Nicht alle Dinge kann man ändern, aber seine Einstellung dazu. Das Portal Karrierebibel.de gibt da ein paar Ratschläge. Und mein persönlicher Tipp wäre:  Montags dem Garfield kontern und ein #monyay posten. Denn Freude steckt an, besonders in sozialen Netzwerken.

PS.: Und was ist eigentlich mit Menschen, die in Branchen wie dem Einzelhandel und dementsprechend auch samstags arbeiten? Oder gar Ärzte oder Polizisten oder Barkeeper, die sogar am Sonntag den Dienst antreten müssen, damit wir ein schönes Wochenende haben können? Einfach mal nach links und rechts schauen kann schon helfen, positiver nach vorne zu blicken.

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