Fachmessen:  Hoch lebe das Webinar?

Das Verbot für Großveranstaltungen geht zunächst bis Ende Oktober, doch bereits jetzt werden reihenweise die Fachmessen für Anfang 2021 abgesagt. Die Planungsunsicherheit ist einfach zu groß. Und wenn die Veranstalter doch an ihrem Format festhalten (BAU, ISH), springen die Teilnehmer ab, darunter auch einige große Fische. Es wird spannend sein, die Besucherzahlen zu sehen.

Dabei sind Messen ein wirtschaftlich relevanter Faktor, ein wichtiger Vertriebskanal. Derzeit fragt man sich, ob das auch in Zukunft so bleiben wird? Wenn Messen wegfallen, auf welchem Weg erreichen Unternehmen ihre Kunden? In digitalen Lösungen scheint man derzeit das Allheilmittel gefunden zu haben. Plötzlich sprießen Webinare oder virtuelle Messestände aus dem Erdboden – teilweise organisiert von den Messeveranstaltern, teilweise von den Unternehmen. Ursprünglich als Notpflaster gedacht, gilt es die Erfahrungen nun zu evaluieren. Was lief gut, was könnte man besser machen?

Doch Fachmessen sind auch, wie Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt, in einem offenen Brief zur ISH sagte, Innovationsmotoren. Wer hat das energiesparendste, komfortabelste, anwenderfreundlichste, schlichtweg tollste Produkt? Fällt die direkte Vergleichsmöglichkeit während der Messen für den Kunden weg, muss die Kommunikation neu gedacht werden. Werden die Fachmedien verstärkt diese Rolle einnehmen? Wird die Stellvertreterrolle des Großhandels gestärkt? Wie man sieht: Es gibt noch viele Fragen, deren Antworten wohl noch einige Zeit offen bleiben werden.

Doch Fachmessen sind auch, wie Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt, in einem offenen Brief zur ISH sagte, Innovationsmotoren. Wer hat das energiesparendste, komfortabelste, anwenderfreundlichste, schlichtweg tollste Produkt? Fällt die direkte Vergleichsmöglichkeit während der Messen für den Kunden weg, muss die Kommunikation neu gedacht werden. Werden die Fachmedien verstärkt diese Rolle einnehmen? Wird die Stellvertreterrolle des Großhandels gestärkt? Wie man sieht: Es gibt noch viele Fragen, deren Antworten wohl noch einige Zeit offen bleiben werden.

Alles wird digitaler. Doch wird auch alles besser?

Und: Wenn jeder Hersteller oder Dienstleister sein eigenes Süppchen kocht, also eigene Webinare oder digitale Produktpräsentationen anbietet, treten die Vorteile der digitalen Lösungen (allem voran: keine zeitfressende An- und Abreise) schnell in den Hintergrund: Während man sich sonst ein oder zwei Tage freischaufelt, um sich voll auf die Messe zu konzentrieren, wird der reguläre Arbeitstag nun vielleicht mehrfach durch solche Angebote unterbrochen. Daneben klingelt das Telefon und Emails trudeln ein – schwupp ist die Aufmerksamkeit futsch. Und selbst wenn die Formate es vorsehen, zeitunabhängig zu sein, so entstehen bei einem Webinar durchaus Nachteile, wenn man nicht live dabei ist, etwa keine spontanen Rückfragen stellen kann.

Was digital auch fehlt: das Moment des Zufalls. Es gibt eben keine Messehalle, in der man zufällig an einem Stand vorbeischlendert und dort länger bleibt, weil einem etwas in Auge gesprungen ist. Online kann ich ein Produkt zudem nicht ausprobieren, man kann nur sehen, wie jemand es vorführt, und muss ihm dann glauben, dass es gut funktioniert. Virtual Reality hin oder her – zumindest im Handwerk geht nichts ohne die Hände. Auch muss Netzwerken digital neu gedacht werden. Sicherlich, Xing und LinkedIn sind hier praktische Instrumente. Dienten sie bislang vorrangig dazu, mit Menschen, die man persönlich getroffen hat, in Kontakt zu bleiben, wird man nun neue Wege suchen müssen, um digital neue Kontakte zu knüpfen. Auch hier war im persönlichen Treffen das Moment des Zufalls oftmals entscheidend.

Nach dem Digitalen kommt das Hybride

Die R+T zum Beispiel ist eine der Fachmessen, die statt komplett abzusagen umgesattelt hat: nämlich auf ein digitales Format. Wie dieses genau aussehen soll, dazu ist bislang nur wenig bekannt. Nur so viel: Kern der neuen digitalen Plattform bildet der R+T Innovationspreis. Dieser soll hybrid durchgeführt werden. Hybrid? Das heißt: Ergänzend zur Präsenzveranstaltung mit begrenzten Kapazitäten wird das Event live gestreamt.

Hybride Formate haben zwei entscheidende Vorteile:

  1. Sollte die Durchführung vor Ort, aus welchen Gründen auch immer, nicht möglich sein, steht die digitale Alternative bereits.
  2. Lokal bis potenziell global – hybride Konzepte erhöhen die Reichweite des Events.

Selbstverständlich stellt ein hybrides Format Veranstalter auch vor die ein oder andere Herausforderung, die über die wesentlich komplexere Planung hinausgeht. Zum einen die funktionierende Technik. Nicht jede Location, die perfekt für eine Präsenzveranstaltung ist, eignet sich gleichzeitig gleichgut für eine digitale Durchführung. Zum anderen ist es mit dem Aufstellen einer Kamera für den Livestream noch längst nicht getan. Es braucht mehr, um über die Distanz Emotionen bei virtuellen Teilnehmern zu wecken und sie zur Interaktion zu animieren. Hier sind kreative Ideen gefragt – und auch ein wenig Mut zu Trial-and-Error.

Doch diese Herausforderungen gibt es bei allen digitalen Events, ob hybrid oder ausschließlich virtuell. Und dementsprechend müssen sie überwunden werden, so oder so. Letztlich gilt für Veranstalter als auch Teilnehmer gleichermaßen: Sie müssen das Beste aus beiden Welten mitnehmen. Und das nicht als Kompromiss verstehen, sondern als neuen Konsens.

Sie wollen wissen, welche Alternativen zur Fachmesseteilnahme es gibt? Oder Sie wollen ein Event digital oder hybrid durchführen, aber Ihnen fehlt das Know-how? Sprechen Sie uns an.

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